Aktuell betreibt Wien Energie 25 Kältezentralen und versorgt über 300 Gebäude über ein immer weiter zusammenwachsendes Netz – auch Wohngebäude wurden bereits an das Fernkältenetz angeschlossen. Mit dem Ringschluss des 4,7 Kilometer langen Fernkälterings wurde 2024 ein Meilenstein für die flächendeckende Versorgung der Innenstadt erreicht.
Wien Energie baut die Fernkälte laufend aus, bis 2030 investiert der größte regionale Energieanbieter dafür 100 Millionen Euro. Die Kälte-Leistung soll bis dahin von 250 auf 370 Megawatt steigen.
„Ein modernes Energiesystem muss Strom, Wärme und zunehmend auch Kälte gemeinsam denken. Die Fernkälte ist dafür ein Paradebeispiel: Sie nutzt vorhandene Ressourcen wie Abwärme oder die natürliche Kühlleistung des Donaukanals und macht Energie mehrfach nutzbar“, sagt Peter Weinelt, Generaldirektor der Wiener Stadtwerke.
Fernkälte wird in Form von kaltem Wasser in sogenannten Kältezentralen produziert und über ein unterirdisches Leitungsnetz zu den Kunden transportiert. Dort nimmt es die überflüssige Wärme aus den Gebäuden auf und transportiert sie zurück zu den Kältezentralen, wo es erneut abgekühlt wird. Dieses System hat gegenüber konventionellen Klimaanlagen mehrere Vorteile. Da die Abwärme nicht an die direkte Umgebungsluft abgegeben wird, heizen mit Fernkälte versorgte Gebäude die umliegende Stadt nicht weiter auf. Mit den Rückkühlern entfällt zudem ein gewisser Geräuschpegel, Dachflächen können anders genutzt werden und es gibt auch keine Konflikte mit dem Denkmalschutz.
Zur Gewinnung von Fernkälte setzt Wien Energie Ökostrom und Abwärme ein. Diese steht in Wien durch die Müllverbrennung auch im Sommer zur Verfügung, wenn weniger Leistung für die Fernwärme gebraucht wird. Wo das möglich ist, nutzt Wien Energie auch den Donaukanal für die Fernkälte. Über Wärmetauscher gibt das Fernkälte-Wasser die Wärmeenergie an das Wasser des Donaukanals ab. Im Winter, wenn die Wassertemperaturen im einstelligen Bereich sind und der Kältebedarf niedrig ist, reicht diese natürliche (Rück-)Kühlung phasenweise sogar aus.






