Ein witterungsbedingt hoher Stromverbrauch und ein deutlicher Rückgang der erneuerbaren Erzeugung prägten die ersten Wochen in diesem Jahr. Nur durch hohe Stromimporte, den Einsatz aller verfügbaren Gaskraftwerke und die Nutzung der Pumpspeicherkraftwerke konnte der hohe Stromverbrauch im Jänner gedeckt werden.
Vor dem Hintergrund der ausgesprochenen Trockenheit und Kälte erreichte die Erzeugung aus Laufwasserkraft am 25. Jänner mit 27,7 GWh ein historisches Tagesminimum. Im Vergleich zum Jänner des Vorjahres ist die Stromproduktion aus Wasserkraft mit 2.280 GWh um 7,2 Prozent gesunken. Photovoltaik-Anlagen lieferten aufgrund der langanhaltenden Nebeldecke im Osten Österreichs und der um 59,8 Prozent geringen Sonneneinstrahlung deutlich weniger Strom als im Jänner des Vorjahres. Lediglich die Windkraft entwickelte sich positiv: Vor allem die hohe Windverfügbarkeit in den ersten beiden Jänner-Wochen führte zu einer Steigerung der Windstromerzeugung um 29,2 Prozent gegenüber Jänner 2025.
„Im Jänner konnten wir die Versorgungssicherheit nur durch Gaskraftwerke und Importe gewährleisten. Wind und Sonne spielten bei der Deckung des Strombedarfs nur eine untergeordnete Rolle. Das zeigt, wie wichtig es ist, ein gut ausgebautes Übertragungsnetz für den Stromimport verfügbar zu haben. Aber auch die Gaskraftwerke sind auf Hochtouren gefahren und haben einen wichtigen Beitrag zur Versorgungssicherheit geleistet. Diese hohe Import-Abhängigkeit Österreichs von bis zu 5.300 MW trotz gleichzeitig hohem Einsatz aller kalorischen Kraftwerke (3.500 MW) belegt einmal mehr die hohe Bedeutung eines leistungsfähigen Stromsystems. Umso wichtiger ist es, das Stromnetz in Abstimmung mit einer gut geplanten Kraftwerks- und Speicherstrategie koordiniert auszubauen“, sagt Gerhard Christiner, Vorstandssprecher von Austrian Power Grid (APG).
Import-Notwendigkeit zur Sicherstellung der Versorgung
Angesichts der geringeren erneuerbaren Produktion und des hohen Stromverbrauchs (dieser lag 8,7 Prozent über dem Vorjahreswert; auf Basis der aktuellen Daten wurden im Jänner in Österreich 7.130 GWh Strom aus dem öffentlichen Netz bezogen*) war Österreich im Jänner erneut mit umfassenden Stromimporten konfrontiert. Das Übertragungsnetz der APG wurde dabei bis an den Grenzbereich ausgenutzt.
Redispatch-Bedarf etwa auf Vorjahresniveau
Um Überlastungen von Leitungen zu verhindern, wurden auch Gaskraftwerke aus der Netzreserve zum Engpassmanagement bzw. Redispatch eingesetzt. Dabei werden Gaskraftwerke in Österreich hochgefahren und im gleichen Umfang Erzeugungseinheiten in Deutschland zurückgefahren. Dies reduziert gezielt den Stromfluss auf überlasteten Leitungen.
Aufgrund dieser gezielten und kontrollierten Einsätze von Kraftwerken mit der Zielsetzung, Überlastungen im Stromnetz abzufangen, entstanden im Jänner Kosten in der Höhe von 3,8 Millionen Euro (Vergleich: 4,3 Millionen Euro im Jänner 2025). Insgesamt waren diese Notfallmaßnahmen im Jänner an 26 Tagen (und somit beinahe tagtäglich) nötig (Vergleich: 21 Tage im Jänner 2025). Dieser Redispatch-Bedarf unterstreicht einmal mehr das dringende Erfordernis einer kapazitätsstarken Strominfrastruktur.






