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„Komplettlösungen werden immer wichtiger“

von Christian Klobucsar
7. August 2026
in Sanitär
Foto: Klobucsar

Foto: Klobucsar

Im Gespräch mit SHK-AKTUELL wirft Hansgrohe Österreich-Geschäftsführer Christian Tröger einen Blick auf die zu erwartenden Trends am Sanitärmarkt und erklärt, mit welchen Maßnahmen der Schwarzwälder Sanitärexperte die aktuell herausfordernden Zeiten meistert.

Die Hansgrohe Group feiert 2026 ihr 125-jähriges Bestehen. Für SHK-AKTUELL ein würdiger Anlass den Österreich Geschäftsführer zum Interview zu bitten. Christian Tröger ist nicht nur ein ausgewiesener Sanitärexperte, sondern kennt als begnadeter Netzwerker die Mechanismen der heimischen SHK-Branche wie kaum ein anderer.

In diesem Jahr feiern Sie Ihr 125-jähriges Firmenjubiläum. Welche Meilensteine haben den Konzern aus Ihrer Sicht am nachhaltigsten geprägt?

Christian Tröger: Die entscheidenden Meilensteine sind: Hansgrohe war immer dann besonders stark, wenn das Unternehmen Technik neu gedacht hat – von der ersten Handbrause bis zu heutigen Wassertechnologien.
Gleichzeitig hat die konsequente Entwicklung zur starken Zwei-Marken-Strategie mit Hansgrohe im Premium- und Axor im Luxussegment unsere Position im Markt nachhaltig geprägt. Und vielleicht am wichtigsten: Hansgrohe hat Nachhaltigkeit früh nicht als Trend, sondern als Haltung verstanden. Genau diese Kombination aus Innovationskraft, klarer Markenführung und Verantwortung für Wasser macht den Unterschied – damals wie heute.

Hansgrohe hat sich in den letzten Jahren als „One-Stop-Shop“ für Sanitärlösungen positioniert. Welche Ihrer Produktgruppen abseits der Armaturen sind aktuell in Österreich besonders gefragt?

Neben Armaturen sehen wir in Österreich vor allem eine stark steigende Nachfrage nach ganzheitlichen Duschlösungen – insbesondere Duschsysteme, Brausen und innovative Strahltechnologien, die Komfort und Wassereffizienz verbinden.
Zudem gewinnen Komplettlösungen rund um den Duschplatz an Bedeutung, etwa Installationssysteme und perfekt abgestimmte Produkte „aus einer Hand“. Hier zahlt sich unsere One‑Stop‑Shop-Positionierung klar aus.
Ein weiterer Treiber sind designorientierte Lösungen für das gesamte Bad – Kunden und Planer legen zunehmend Wert auf durchgängige Gestaltung, Funktionalität und Nachhaltigkeit. Genau hier entsteht aktuell die größte Dynamik im Markt.

Welche Entwicklungen sehen Sie ganz allgemein derzeit besonders stark im heimischen Markt?

m österreichischen Markt: Erstens steigt der Anspruch an ganzheitliche Badkonzepte – weg vom Einzelprodukt, hin zu durchdachten Lösungen in Design und Funktion.
Zweitens rücken Nachhaltigkeit und Ressourceneffizienz noch stärker in den Fokus. Wassersparen ist längst kein „Nice-to-have“ mehr, sondern wird aktiv nachgefragt – sowohl von Endkunden als auch von Planern.
Und drittens beobachten wir eine zunehmende Polarisierung: Auf der einen Seite hoher Preisdruck im Einstiegssegment, auf der anderen Seite eine stabile Nachfrage nach Premium- und Qualitätslösungen. Genau hier liegt für uns als Marke eine klare Chance.

Welche Entwicklung würden Sie persönlich als die wichtigste für das Unternehmen bezeichnen?

Die wichtigste unternehmensstrategische Entwicklung ist aus meiner Sicht die konsequente Weiterentwicklung vom Produktanbieter zum ganzheitlichen Lösungs- und Markenanbieter.
Das zeigt sich in der klaren Zwei‑Marken-Strategie mit Hansgrohe und Axor, im Ausbau zum One‑Stop‑Shop sowie im starken Fokus auf Innovation und Nachhaltigkeit. Entscheidend ist dabei, dass wir Technik, Design und Ressourcenschonung nicht getrennt denken, sondern konsequent zusammenführen.
Genau diese Klarheit in der strategischen Ausrichtung macht Hansgrohe heute resilient und zukunftsfähig.

Nachhaltigkeit ist heute jedenfalls für viele Unternehmen primär ein Schlagwort. Was bedeutet sie bei Hansgrohe konkret?

Für uns ist Nachhaltigkeit kein Schlagwort, sondern ein klarer Handlungsauftrag entlang der gesamten Wertschöpfungskette.
Das beginnt beim Produkt – mit konsequent wassersparenden Technologien – und reicht über ressourcenschonende Produktion bis hin zu klaren Zielen wie unserem Anspruch, bis 2030 ausschließlich wasserführende Produkte mit Wasserspartechnologie anzubieten.
Entscheidend ist aber: Wir denken Nachhaltigkeit immer zusammen mit Komfort und Design. Nur wenn nachhaltige Lösungen im Alltag überzeugen, werden sie auch angenommen – und genau darin liegt unser Ansatz.

Wo liegen Ihre größten Hebel, um Wasserverbrauch und Energieeinsatz weiter zu senken?

Die größten Hebel liegen für uns klar im Produktdesign und in der Nutzungssituation.
Mit Technologien wie EcoSmart oder innovativen Strahlarten reduzieren wir den Wasserverbrauch direkt am Auslass – ohne Komfortverlust. Gleichzeitig senken wir über intelligente Lösungen wie Cool­Start oder effiziente Warmwassernutzung automatisch den Energieeinsatz.
Der entscheidende Punkt ist: Wir machen Einsparung möglichst intuitiv. Der Nutzer muss sein Verhalten nicht grundlegend ändern – die Technologie übernimmt das für ihn. Genau darin liegt aus unserer Sicht der größte und wirksamste Hebel.

Wie entstehen eigentlich neue Produkte? Inwieweit sind dabei Rückmeldungen der Sanitärbranche bzw. Endkonsumenten eingebunden?

Neue Produkte entstehen bei uns nie isoliert am Reißbrett, sondern immer aus der Perspektive der Anwendung.
Wir arbeiten eng mit Installateuren, Planern und dem Fachhandel zusammen und beziehen deren Feedback systematisch ein – genauso wie die Erwartungen und Gewohnheiten von Endkunden. Diese Perspektiven fließen direkt in Entwicklung, Design und Funktion ein.
Der entscheidende Punkt ist: Gute Produkte entstehen dort, wo technologische Innovation auf echtes Nutzerverständnis trifft. Genau deshalb investieren wir gezielt in Marktforschung, Co-Creation und unsere Innovationszentren – um Lösungen zu entwickeln, die im Alltag wirklich funktionieren.

Wie beurteilen Sie die aktuelle Marktlage für Sanitärprodukte? Welche Trends werden das Geschäft in den nächsten drei bis fünf Jahren am stärksten beeinflussen?

Die Marktlage ist aktuell herausfordernd, geprägt von Investitionszurückhaltung und einem insgesamt gedämpften Bauumfeld. Gleichzeitig sehen wir aber, dass sich der Markt strukturell weiterentwickelt – und genau darin liegen die Chancen.
Für die nächsten Jahre zeichnen sich aus meiner Sicht drei zentrale Trends ab: Erstens die klare Verschiebung hin zu ganzheitlichen Badlösungen statt Einzelprodukten. Zweitens die weiter steigende Bedeutung von Nachhaltigkeit – insbesondere bei Wasser- und Energieeffizienz. Und drittens eine zunehmende Polarisierung im Markt: Während der Preiseinstieg unter Druck steht, bleibt die Nachfrage nach hochwertigen, design- und qualitätsorientierten Lösungen stabil.
Für uns heißt das: Wer Innovation, Markenstärke und nachhaltige Lösungen konsequent zusammenbringt, wird sich auch in einem anspruchsvollen Marktumfeld erfolgreich behaupten.

Was ist Ihr persönliches Hansgrohe Lieblingsprodukt?

Meine persönliche Favoritin ist die „iBox universal 2“. Sie setzt im Unterputzbereich neue Maßstäbe, weil sie Installationseffizienz, Systemoffenheit und Zukunftssicherheit konsequent miteinander verbindet. Für das Handwerk bietet sie ein hohes Maß an Flexibilität beim Einbau sowie maximale Kompatibilität mit aktuellen und zukünftigen Armaturen- und Duschlösungen – gerade auch im anspruchsvollen Objekt- und Projektgeschäft. Mit durchdachten Details vereinfacht die „iBox universal 2“ die Montage deutlich, erhöht die Sicherheit bei der Abdichtung und sorgt damit für zusätzliche Prozesssicherheit auf der Baustelle. Für mich ist sie deshalb die ideale, zukunftsfähige Basislösung für nahezu jedes moderne Badkonzept.

Letzte Frage: Welches ist Ihrer Meinung nach das zentrale Argument für Installateure, bevorzugt Hansgrohe-Produkte in den Haushalten einzubauen?

Der zentrale Punkt ist Verlässlichkeit – in jeder Hinsicht. Installateure wissen, dass Hansgrohe-Produkte technisch ausgereift, langlebig und einfach zu installieren sind. Das reduziert Reklamationen und spart Zeit auf der Baustelle. Gleichzeitig können sie sich darauf verlassen, dass Design, Funktion und Qualität beim Endkunden überzeugen. Oder anders gesagt: Mit Hansgrohe entscheiden sich Installateure für Produkte, die nicht nur heute problemlos funktionieren, sondern auch langfristig für zufriedene Kunden sorgen – und genau das ist am Ende das stärkste Argument.

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