Das Geschäft mit Sanitärarmaturen zeigt sich in Bewegung: War 2024 hierzulande noch ein klarer Rückgang zu sehen, stieg der Absatz laut Branchenradar im letzten Jahr wieder an. Das Geschäft bleibt anspruchsvoll, da aufgrund der lahmenden Bauwirtschaft in erster Linie die Sanierung das Geschäft dominiert.
Innerhalb der Armaturenlandschaft gibt es deutliche Unterschiede – je nach Einsatzbereich. 2024 entwickelten sich Wannen- und Waschtischarmaturen schwächer als Dusch- und Küchenarmaturen. 2025 kamen Zuwächse in allen Produktkategorien außer Küchenarmaturen hinzu. Somit gelten Waschtisch- und Duschlösungen als aktuell wichtigste Umsatzträger.
Technische Trends
Die zentralen Marktimpulse kommen aus den Themen Wassersparen, Hygiene und Bedienkomfort.
Berührungslose oder selbstschließende Armaturen werden sowohl im gewerblichen Bereich als auch im Wohnbau stärker nachgefragt. Die Hersteller setzen zudem auf smarte Funktionen, wie etwa eine sensorbasierte Steuerung und App-Anbindung, sowie energieeffiziente Ausführungen.
Der Wettbewerb wird jedenfalls härter, da der Markt aktuell weniger über Stückzahlen, als über Preis, Ausstattung und Differenzierung bestimmt wird. Für das Handwerk eine eher gute Nachricht, da hierbei nicht der reine Produktverkauf, sondern Beratung im Zentrum steht – was zu Lasten der Heimbaumärkte gehen dürfte. Mittel- bis langfristig dürften Sanierung, Wasser- und Energieeffizienz sowie berührungslose und vernetzte Lösungen die wichtigsten Wachstumstreiber bleiben.


Materialtrends
Für langlebige Sanitärarmaturen verschiebt sich der Markt klar in Richtung widerstandsfähiger Oberflächen, die neben Optik vor allem Kratzfestigkeit, Korrosionsbeständigkeit und Pflegeleichtigkeit liefern.
Verchromte Armaturen sind zwar weiterhin verbreitet und preislich attraktiv, gelten aber als empfindlicher bei der Reinigung, wodurch Chromoberflächen schnell an ihre Grenzen stoßen können.
Massiver Edelstahl gilt daher aktuell als einer der stärksten Trends, da derartige Armaturen weitgehend kratzfest, rostfrei, hart und relativ unempfindlich gegen Verschmutzung und Säuren sind.
PVD setzt sich durch
Besonders dynamisch entwickelt sich PVD (= Physical Vapour Deposition). Diese Beschichtung bietet sowohl eine dekorative Vielfalt mit unzähligen Farbvarianten, als auch eine hohe Beständigkeit. PVD-Oberflächen gelten als deutlich härter und oxidationsbeständiger als viele klassische Beschichtungen und werden deshalb auch bei stark beanspruchten Produkten eingesetzt. Diese Technik ermöglicht Designfarben wie Schwarz, Messing- oder Edelstahloptiken, ohne der bekannten Nachteile von rein dekorativen Lösungen.



Farbtöne und Haptik
Neben der Technik spielt natürlich auch die gestalterische Wirkung eine zentrale Rolle. Dies gilt vor allem bei matten Oberflächen und dunklen Tönen.
Endkonsumenten setzen heute jedoch weniger auf reine Optikaspekte, als auf ein Gesamtbild, das über Jahre hinweg stimmig bleibt, Gebrauchsspuren reduziert und derart den Putzaufwand minimiert. Matte oder gebürstete Varianten werden daher oft gegenüber hochglänzenden Oberflächen bevorzugt.
Dominierende Trends fußen somit weniger auf Farbe und Optik, als auf einer Kombination aus Beständigkeit, einfacher Reinigung und harmonischer Integration in die Badlandschaft.



„Smart Home“ als Hoffnungsmarkt
Die Zukunft der Smart-Home-Integration bei Sanitärarmaturen liegt in Europa vor allem in standardisierten, vernetzbaren und energie- sowie wassersparenden Lösungen und nicht in technischen Spielereien, wie sie etwa in Asien sehr beliebt sind. Das Thema gewinnt an Bedeutung, da Armaturen immer öfter Teil eines größeren Gebäudesystems werden – etwa für Komfort, Hygiene, Pflege oder Verbrauchsmonitoring. Ein zentraler Treiber ist somit die wachsende Erwartung an Komfort und Automatisierung im Haus, die sich vom Licht- und Heizungsbereich zunehmend auch auf sanitäre Produkte ausweitet. Dazu kommen Energie- und Wassereffizienz, denn intelligente Steuerungen können Verbrauchsspitzen reduzieren und Nutzungsprofile besser anpassen.
Dominiert wird die Entwicklung aktuell von der Optimierung der Kompatibilität unterschiedlicher Erzeuger, um Insellösungen zu minimieren. Matter gilt auf diesem Gebiet als beliebte Schnittstelle, da es die Einbindung auch dann erleichtert, wenn Sanitärarmaturen über herstellerspezifische Protokolle gesteuert werden.


Besonders sinnvoll sind berührungslose Armaturen, automatische Spülfunktionen sowie die Verbrauchs- und Hygieneüberwachung. Vor allem im Objektbereich lässt sich derart die zwingend geforderte Nutzungsdokumentation realisieren. Aber auch für Personen mit eingeschränkter Mobilität sind freihändige oder automatisierte Funktionen ein starkes Verkaufsargument. Hilfreich dabei ist zudem die Integration von künstlicher Intelligenz (KI). Sie macht Armaturen smart, indem sie Muster erkennen, Verbräuche auswerten und derart Abläufe stärker automatisieren kann. Das macht die Armatur von einer reinen Entnahmestelle zu einem datengestützten Bauteil im Gesamtsystem.


Fotocredits: Hersteller






