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Marktübersicht Sanitärarmaturen

von Klaus Klöckl
2. Juni 2026
in Sanitär
Foto: Grohe

Foto: Grohe

Das Geschäft mit Sanitärarmaturen zeigt sich in Bewegung: War 2024 hierzulande noch ein klarer Rückgang zu sehen, stieg der Absatz laut Branchenradar im letzten Jahr wieder an. Das Geschäft bleibt anspruchsvoll, da aufgrund der lahmenden Bauwirtschaft in erster Linie die Sanierung das Geschäft dominiert.

Innerhalb der Armaturenlandschaft gibt es deutliche Unterschiede – je nach Einsatzbereich. 2024 entwickelten sich Wannen- und Waschtischarmaturen schwächer als Dusch- und Küchenarmaturen. 2025 kamen Zuwächse in allen Produktkategorien außer Küchenarmaturen hinzu. Somit gelten Waschtisch- und Duschlösungen als aktuell wichtigste Umsatzträger.

Technische Trends
Die zentralen Marktimpulse kommen aus den Themen Wassersparen, Hygiene und Bedienkomfort.
Berührungslose oder selbstschließende Armaturen werden sowohl im gewerblichen Bereich als auch im Wohnbau stärker nachgefragt. Die Hersteller setzen zudem auf smarte Funktionen, wie etwa eine sensorbasierte Steuerung und App-Anbindung, sowie energieeffiziente Ausführungen.

Der Wettbewerb wird jedenfalls härter, da der Markt aktuell weniger über Stückzahlen, als über Preis, Ausstattung und Differenzierung bestimmt wird. Für das Handwerk eine eher gute Nachricht, da hierbei nicht der reine Produktverkauf, sondern Beratung im Zentrum steht – was zu Lasten der Heimbaumärkte gehen dürfte. Mittel- bis langfristig dürften Sanierung, Wasser- und Energieeffizienz sowie berührungslose und vernetzte Lösungen die wichtigsten Wachstumstreiber bleiben.

Grohe hat die Regeln der Geometrie neu definiert und verbindet die moderne, minimalistische Anmutung klarer Linien mit der zeitlosen Eleganz weicher, abgerundeter Formen.
Hansa erweitert das Unterputzsystem Bluebox um eine neue Mischtechnologie zwischen Einhebelmischer und Thermostat. Die Bedienlogik ermöglicht eine getrennte Steuerung von Wassermenge und Temperatur.

Materialtrends
Für langlebige Sanitärarmaturen verschiebt sich der Markt klar in Richtung widerstandsfähiger Oberflächen, die neben Optik vor allem Kratzfestigkeit, Korrosionsbeständigkeit und Pflegeleichtigkeit liefern.
Verchromte Armaturen sind zwar weiterhin verbreitet und preislich attraktiv, gelten aber als empfindlicher bei der Reinigung, wodurch Chromoberflächen schnell an ihre Grenzen stoßen können.
Massiver Edelstahl gilt daher aktuell als einer der stärksten Trends, da derartige Armaturen weitgehend kratzfest, rostfrei, hart und relativ unempfindlich gegen Verschmutzung und Säuren sind.

PVD setzt sich durch
Besonders dynamisch entwickelt sich PVD (= Physical Vapour Deposition). Diese Beschichtung bietet sowohl eine dekorative Vielfalt mit unzähligen Farbvarianten, als auch eine hohe Beständigkeit. PVD-Oberflächen gelten als deutlich härter und oxidationsbeständiger als viele klassische Beschichtungen und werden deshalb auch bei stark beanspruchten Produkten eingesetzt. Diese Technik ermöglicht Designfarben wie Schwarz, Messing- oder Edelstahloptiken, ohne der bekannten Nachteile von rein dekorativen Lösungen.

Die Armatur „AQ 111“ von Hewi ist inspiriert vom hauseigenen Türdrückersystem und überträgt diese Formensprache in den Sanitärbereich.
Mit dem vielseitigen „transitional Charakter“ schlägt Axor Archivio eine Brücke zwischen Vergangenheit und Gegenwart und fügt sich nahtlos in moderne Badkonzepte ein.
Geberit Waschtischarmaturen für berührungslose Benutzung sind als Stand- oder Wandarmatur, in eckigem oder rundem Design, und in den Farben Hochglanz verchromt oder Schwarz matt erhältlich.

Farbtöne und Haptik
Neben der Technik spielt natürlich auch die gestalterische Wirkung eine zentrale Rolle. Dies gilt vor allem bei matten Oberflächen und dunklen Tönen.
Endkonsumenten setzen heute jedoch weniger auf reine Optik­aspekte, als auf ein Gesamtbild, das über Jahre hinweg stimmig bleibt, Gebrauchsspuren reduziert und derart den Putzaufwand minimiert. Matte oder gebürstete Varianten werden daher oft gegenüber hochglänzenden Oberflächen bevorzugt.
Dominierende Trends fußen somit weniger auf Farbe und Optik, als auf einer Kombination aus Beständigkeit, einfacher Reinigung und harmonischer Integration in die Badlandschaft.

Die Elite Badarmaturen von Herz in schwarz matt oder verchromt verbinden klare Geradlinigkeit mit weichen Übergängen und passen perfekt zu modernen sowie klassischen Badkonzepten.
Bei der neuen Designserie Coya von Dornbracht verschmelzen Kreis und Quadrat zu einer harmonischen Einheit.
Mit der eigenen Armaturenlinie „PRO X“ bietet Laufen ein durchgängiges System aus einer Hand. Die Serie umfasst Einhand-Waschtischmischer in unterschiedlichen Höhen und Ausladungen.

„Smart Home“ als Hoffnungsmarkt
Die Zukunft der Smart-Home-Integration bei Sanitärarmaturen liegt in Europa vor allem in standardisierten, vernetzbaren und energie- sowie wassersparenden Lösungen und nicht in technischen Spielereien, wie sie etwa in Asien sehr beliebt sind. Das Thema gewinnt an Bedeutung, da Armaturen immer öfter Teil eines größeren Gebäudesystems werden – etwa für Komfort, Hygiene, Pflege oder Verbrauchsmonitoring. Ein zentraler Treiber ist somit die wachsende Erwartung an Komfort und Automatisierung im Haus, die sich vom Licht- und Heizungsbereich zunehmend auch auf sanitäre Produkte ausweitet. Dazu kommen Energie- und Wassereffizienz, denn intelligente Steuerungen können Verbrauchsspitzen reduzieren und Nutzungsprofile besser anpassen.
Dominiert wird die Entwicklung aktuell von der Optimierung der Kompatibilität unterschiedlicher Erzeuger, um Insellösungen zu minimieren. Matter gilt auf diesem Gebiet als beliebte Schnittstelle, da es die Einbindung auch dann erleichtert, wenn Sanitärarmaturen über herstellerspezifische Protokolle gesteuert werden.

Mit der elektronischen, berührungslosen Celis E² von Schell lassen sich im Vergleich zu herkömmlichen Einhebelmischern bis zu 70 Prozent Wasser einsparen – und das ganz ohne Komfortverzicht.
Beim Modell Neovis von Hansgrohe sorgt die integrierte EcoSmart-Technologie für einen deutlich reduzierten Wasserverbrauch – auf nur fünf Liter pro Minute.

Besonders sinnvoll sind berührungslose Armaturen, automatische Spülfunktionen sowie die Verbrauchs- und Hygieneüberwachung. Vor allem im Objektbereich lässt sich derart die zwingend geforderte Nutzungsdokumentation realisieren. Aber auch für Personen mit eingeschränkter Mobilität sind freihändige oder automatisierte Funktionen ein starkes Verkaufsargument. Hilfreich dabei ist zudem die Integration von künstlicher Intelligenz (KI). Sie macht Armaturen smart, indem sie Muster erkennen, Verbräuche auswerten und derart Abläufe stärker automatisieren kann. Das macht die Armatur von einer reinen Entnahmestelle zu einem datengestützten Bauteil im Gesamtsystem.

Vea von Villeroy & Boch kombiniert klassisch-zeitgenössische Ästhetik mit innovativer Technik. Die Premium-Armatur greift die reduzierte, geometrische Formensprache eines Parfümflakons auf.
Die Kollektionen Ceratherm, Ceraflow und Ceratwist von Ideal Standard bieten eine große Auswahl an Optionen, sodass für jedes Zuhause die richtige Lösung gefunden werden kann.

Fotocredits: Hersteller

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