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TA: Jubiläums-Universalregler

von Christian Klobucsar
1. August 2026
in Allgemein
Foto: Klobucsar

Foto: Klobucsar

TA-Universalregler sind bei SHK-Profis sehr beliebt. So sehr, dass diese jetzt eine beachtliche Stückzahl-Schallmauer durchbrechen konnten. SHK-AKTUELL war live vor Ort, als die 100.000ste „UVR16x2“ gefertigt wurde.

Die Technische Alternative (TA) mit Sitz in Amaliendorf im niederösterreichischen Waldviertel zählt zu den bekanntesten Spezialisten für Regelungs- und Steuerungstechnik unserer Branche.

Neben den 65 Mitarbeitern haben vor allem die beiden Geschäftsführer Andreas Schneider und Jürgen Prazak einen großen Anteil daran, dass sich das Unternehmen als echter Problemlöser positionieren konnte.

Denn wenn bei TA von Gebäudeautomation die Rede ist, geht es nicht nur um profane Einzelregelungen, wie sie vielfach am Markt zu finden sind, sondern vielmehr um ganzheitliche Lösungen. Der Betrieb entwickelt und produziert dabei die meisten Komponenten sowie die zugehörige Software selbst und gilt damit als flexibler Spezialist für komplexe technische Anlagen.

Vor allem dessen frei programmierbare Universalregler sind sehr begehrt. Konkret geht es um den Universalregler „UVR16x2“, der seit Ende 2014 am Markt ist und seither laufend weiterentwickelt wurde. Nicht nur die Hardware wurde dabei immer weiter perfektioniert, sondern vor allem auch die für die breite Kompatibilität erforderliche Software. Rund 70 Firmware-Updates sorgten seither dafür, dass die Unterstützung auch neuer Systeme stets gewahrt bleibt.

SHK-AKTUELL hat im Rahmen dieses Unternehmens-Mile­stones Jürgen Prazak zum Interview gebeten. Im Gespräch skizziert der TA-Geschäftsführer nicht nur ganz allgemein den Status Quo des Gebäudetechnik-Marktes, sondern erklärt auch, warum die Entwicklungen aus seinem Haus am SHK-Markt so beliebt sind.

Herr Prazak, wie hat sich der Markt für Regelungs- und Gebäudeautomation aus Ihrer Sicht in den vergangenen fünf Jahren verändert?

Die Notwendigkeit, unterschiedliche Komponenten mehrerer Hersteller zu vernetzen und zentral zu regeln ist deutlich angestiegen. Noch häufiger als vor fünf Jahren geht es darum, den PV-Überschuss gezielt zu nutzen.

Wo sehen Sie TA heute: eher als Heizungsregler-Hersteller, als Gebäudeautomationsanbieter oder als Energiemanagement-Spezialist?

Unsere frei programmierbaren Universalregler waren nie „nur“ Heizungsregler. Insofern sehen wir unsere „x2 Serie“ schon als Energiemanagement-System. Nicht zuletzt aufgrund der umfangreichen Anwendungsbereiche im Gebäude.

Welche Rolle spielt der Heimatmarkt im Vergleich zum Export?

Mit rund 40 Prozent Anteil ist Österreich nach Deutschland immer noch der stärkste Markt. Fast den gesamten Rest machen dann die EU und die Schweiz aus.

Welche Anwendungen treiben derzeit das stärkste Wachstum: Wärmepumpe, PV-Überschuss, Lüftung, Kühlung oder Gesamtgebäudeautomation?

Das Thema PV-Überschuss in Kombination mit Wärmepumpe, Heizstab und zunehmend Ladestationen wächst sicher am stärksten. Mit der Umstellung auf Wärmepumpen sind Hybridheizungen stark gewachsen. Allerdings primär in Deutschland, weil es dort erlaubt ist, die „alte“ Heizung für die Spitzenlast zu nutzen.

Was ist der technische Kernvorteil frei programmierbarer Universalregler gegenüber klassischen Systemreglern?

Es gibt einfach keine begrenzte Auswahl an Hydraulikschemen, die der Regler abdecken kann. Das Programm wird individuell über Funktionsbausteine konfiguriert und die Hardware bei Bedarf erweitert. Vorlagen und Beispiele von uns helfen dabei, den Aufwand überschaubar zu halten.

Welche Kundenprobleme lösen Ihre Produkte heute besser als noch vor zehn Jahren?

Mit der UVR610S ist die Montage im Schaltschrank deutlich erleichtert worden. Mit dem „Aton“ haben wir die Nutzung von PV-Überschuss stark vereinfacht. Die Pumpe-Mischer-Gruppe ermöglicht mehr als zehn Heiz- und Kühlkreise mit einer einzigen Regelung. Auch über Funk, ohne ein einziges Kabel anklemmen zu müssen.

Wie wichtig sind offene Schnittstellen, Vernetzung und App-/Web-Anbindung für die nächste Produktgeneration?

Wir waren hier zweifelsfrei der Vorreiter im Bereich der Heizungs- und Solarregelung. Insofern ändert sich an unserer Grundhaltung nichts. Mit dem „CMI2“ kommt mit Jahresende ein Gerät, das diese Themen auf ein neues Level hebt und gemeinsam mit einer neuen App die Basis für viele Entwicklungen der nächsten Jahre bildet. Regularien wie „NIS-2“ oder der „Cyber Resilience Act“ passen zu unserer Philosophie, dass Daten- und Systemsicherheit oberste Priorität haben müssen.

Wie entwickeln Sie Lösungen für Hybridheizungen und Sektorkopplung, wenn die Anlagen zunehmend heterogen werden?

Die frei programmierbaren Regler sind ohnehin die Lösung für heterogene Anlagen. Insofern haben wir nur auf den Markt zu hören und klug zu entscheiden, ob und welche Schnittstellen aufgenommen werden müssen.

Wie verändern dynamische Stromtarife und variable Verbraucher die Anforderungen an Ihre Regelungstechnik?

Wenn Wärmepumpen, Heizstäbe oder Ladestationen leistungsgeregelt werden können, sind sie grundsätzlich ideale Mitspieler im Gesamtsystem mit dynamischen Stromtarifen und PV-Anlagen. Außerhalb der typischen Zeiten von PV-Überschuss können dynamische Stromtarife etwa helfen, das E-Auto günstiger zu laden.

Welche Rolle spielt Lastmanagement künftig zwischen Wärmepumpe, E-Auto, Warmwasser und Speicher?

Wenn Netzgebühren ab 2027 auch im Privatbereich an die Spitzenlast gekoppelt werden, wird es natürlich durchaus interessant, die Wärmepumpe nicht dann starten zu lassen, wenn das E-Auto ohnehin schon mit 11 kW lädt. Es geht also auch hier um eine bestmögliche Glättung der Lastkurve am Hausanschluss.

Welche Erwartungen haben Installateure heute an Inbetriebnahme und Parametrierung, und wie reagieren Sie darauf?

Manche Neukunden erwarten eine Inbetriebnahme vor Ort, weil sie es so von großen Heizungsherstellern kennen. Wir gehen hier lieber den Weg der Schulung. Aber nicht als unterschwelliges Verkaufsevent, sondern drei effiziente Tage mit geballten technischen Infos. Wenn es Fragen oder Probleme gibt, ist unser Support kostenlos erreichbar. Das sind Techniker mit jahrelanger Erfahrung, die auch bei der Parametrierung behilflich sind.

Wie wichtig ist Ihr Support für die Akzeptanz im Fachhandwerk?

Wenn man weiß, dass man kompetente Antworten auf seine Fragen bekommt, ist die erste Hürde für den Einsatz eines neuen Reglers natürlich schon ein wenig kleiner. Auch unser Programmierservice ist hier eine große Unterstützung.

Letzte Frage: Wo sehen Sie TA in fünf Jahren: eher tiefer in der Heiztechnik oder noch stärker in der ganzheitlichen Gebäudeautomation?

Ganz klar zweiteres. Die Gebäudetechnik wird trotz, oder vielmehr wegen der zunehmenden Anzahl an Komponenten immer mehr zusammenwachsen müssen. Der nächste Schritt geht zur Kommunikation über die Gebäudegrenzen hinweg.

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