Seit exakt 25 Jahren können Stromkunden in Österreich ihren Lieferanten frei wählen. Eine neue Studie der Österreichischen Energieagentur (AEA) zieht jetzt Bilanz. Das Ergebnis überrascht nicht: Private Haushalte und Unternehmen wurden messbar entlastet und der Wettbewerb um Service und Angebote wurde gestärkt.
So profitierten die österreichischen Haushalte über den gesamten Betrachtungszeitraum von 16,3 Prozent günstigeren durchschnittlichen Strompreisen gegenüber einem ökonomisch modellierten fiktiven Szenario, in dem es zu keiner Öffnung der Strommärkte kam. „In Summe ergibt unsere Modellierung von 2001 bis 2025 eine kumulierte Entlastung von mehr als 15 Milliarden Euro – davon 12,7 Milliarden Euro für Haushalte und 2,5 Milliarden Euro für Nicht-Haushalte“, sagt Franz Angerer, Geschäftsführer der Österreichischen Energieagentur. „Diese Ergebnisse belegen, dass Wettbewerb nicht nur Wahlmöglichkeiten schafft, sondern den Haushalten, den Unternehmen und dem Standort Österreich einen konkreten wirtschaftlichen Nutzen bringt.“
Vor der Liberalisierung des Strommarktes waren Erzeugung, Netz und Vertrieb in regionalen Monopolen gebündelt. Mit der Marktöffnung wurden die Bereiche Erzeugung und Vertrieb dem Wettbewerb geöffnet, während die Netze weiterhin streng regulierte Monopole blieben. Abseits der Endkundenmärkte zeigt die Studie deutliche positive volkswirtschaftliche Effekte: Niedrigere Strompreise, mehr Konsum, steigende Realeinkommen, Investitionen und Exporte. Für die Jahre 2001 bis 2022 weist die Modellierung im Durchschnitt ein um 0,11 Prozent höheres reales BIP (Bruttoinlandsprodukt) und rund 2.700 zusätzliche Beschäftigte pro Jahr gegenüber dem Vergleichsszenario ohne Liberalisierung aus.
„Die Strommarktliberalisierung hat ihre Bewährungsprobe bestanden. Während der Energiekrise hat der offene, europäisch vernetzte Markt einen wichtigen Beitrag zur Versorgungssicherheit geleistet und uns vor Ausfällen bewahrt“, so Angerer. „Zugleich hat der freie Strommarkt wichtige Investitionen in erneuerbare Erzeugung ermöglicht. Diese Grundlage gilt es nun mit dem zügigen Ausbau von Erzeugung, Netzen und Speichern entschlossen weiterzuentwickeln.“






