Österreich genießt für sein Trinkwasser einen hervorragenden Ruf. Während diese Qualität in den meisten Ländern der Welt nur in Flaschen gekauft werden kann, fließt es im ganzen Land faktisch unbegrenzt direkt aus der Wasserleitung. Doch selbst diese hohe Qualität kann noch weiter gesteigert werden. Dieser ehrgeizigen Aufgabe widmet sich etwa Grohe mit dem Blue-System.
Jeder Mensch hat andere Präferenzen, was den wahren Genuss von Trinkwasser ausmacht. Manche mögen gefiltertes, andere wiederum gekühltes oder prickelndes Wasser. Hinzu kommt, dass die hohe Qualität des von den Wasserwerken bereitgestellten Trinkwassers gerade auf der „letzten Meile“ gefährdet sein kann.
Werden die Leitungen nicht laufend aufmerksam serviciert, können sich etwa gefährliche Biofilme, die durch Stagnationswasser entstehen, entwickeln und das Wasser mit Keimen, Bakterien und Fremdkörpern kontaminieren. Ohne entsprechende Filter werden diese mitgetrunken. Grohe hat daher in Zusammenarbeit mit BWT einen Wasserfilter entwickelt, der in mehreren Stufen gefährliche Partikel entfernt, dabei jedoch alle wichtigen Mineralien im Wasser belässt bzw. wieder zuführt.

Einfache Bedienung, simpler Einbau
Die Herausforderung in der Entwicklungsabteilung von Grohe war dabei, trotz dieser komplexen Aufgabe ein System zu entwickeln, das nicht nur leicht zu bedienen ist, sondern auch ohne viel Aufwand eingebaut werden kann. Gelungen sei dies nach Angaben des Herstellers, der bereits seit 2011 entsprechende Wassersysteme bereitstellt und damit als erster am Markt gilt, mit dem „Blue Home“-System.
SHK-AKTUELL wollte es jedoch genau wissen, und hat in seiner letzten Ausgabe einen Testhaushalt gesucht, in der dieses System eingebaut werden kann. Gewählt wurde schließlich die Familie Klauser in Bärnbach (Steiermark) – der Einbau erfolgte am 10. Dezember durch Alexander Ringhofer, dem technischen Leiter bei Grohe.
SHK-AKTUELL: Herr Ringhofer, wie simpel ist der Einbau wirklich?
Alexander Ringhofer (Grohe): „Obwohl die Montage wohl auch von ambitionierten Hobbyhandwerkern erledigt werden könnte, empfehlen wir dringend einen SHK-Fachhandwerker. Schließlich handelt es sich um eine Kombination aus Wasser- und Stromanschluss, bei der eine unsachgemäße Montage auch zu unangenehmen Schäden führen kann. Wir bieten hierfür auf unserer eigens aufgesetzten Grohe-Blue Installationsseite in Web einen Online-Installationsfinder, der stets einen passenden Experten in der Nähe anbietet. Für diese Profis beläuft sich dann die eigentliche Einbauzeit auf rund 60 Minuten“.
Im Komplettpaket enthalten sind bis auf die erforderlichen Werkzeuge sämtliche Komponenten, also der Kühler, die Armatur, das Befestigungsset, ein Filter, die CO₂-Flasche (425 g) sowie das Anschlussmaterial (Schläuche, Dichtungen, Schablone für Lüftungsausschnitt, Wasser-Härteteststreifen, …).
Einbau unter der Spüle
Als Installationsanforderung für das Standardset gilt, dass der Abstand zwischen Kühler und Armatur maximal einen Meter betragen darf. Optional gibt es jedoch Verlängerungssets, mit der auch bis zu 2,5 Meter möglich sind. Der Küchenschrank sollte über eine Mindesttiefe von 51 Zentimeter verfügen. Zudem ist ein Mindestwasserdruck von zwei bar erforderlich.
Vor dem Einbau ist die Karbonhärte des Leitungswassers mittels des beiliegenden Teststreifens zu prüfen, um den Filter entsprechend einzustellen. Hierfür muss der Filterkopf ausgebaut werden und die Einstellung gemäß der Messung mit dem Messstreifen direkt am Filterkopf eingestellt und wieder eingebaut werden. Wenn dies geschehen ist wird der im Lieferumfang enthaltene Filter in den Filterkopf eingeschraubt. Danach wird der Kühler (455 mm hoch, 500 mm tief sowie 200 mm breit) an der gewünschten Stelle im Unterschrank positioniert. Steht die Endposition fest, kann die Lüftungsöffnung mit einem 63-mm-Bohrer in den Schrankboden gebohrt werden. Eine entsprechende Schablone ist im Lieferumfang enthalten.
Im nächsten Schritt wird die Armatur mit dem Befestigungs-Set auf der Spüle (oder der Arbeitsplatte) montiert und die Anschluss-Schläuche an den Eckventilen angeschlossen. Der flexible Wasserzulaufschlauch zum Kühler kommt an das Eckventil der Kaltwasserzufuhr, und als letztes wird der blaue Schlauch für das gefilterte bzw. prickelnde Wasser mittels Steckverbindung am Kühler montiert. Nun wird noch das Kabel von der Armatur an der entsprechenden Stelle am Kühler mittels Steckverbinder angeschlossen sowie das 230 V Anschlusskabel am Kühler angesteckt.
Spülen nicht vergessen
Vor dem Einsetzen der CO₂-Flasche muss die Luft aus den Schläuchen abgelassen werden, indem das System in der Position für die Zubereitung von stillem Wasser für zwei Minuten durchgespült wird. Dieser Vorgang wird in der Position „Sprudelwasser“ wiederholt.
Beim Einschrauben der CO₂-Flasche ertönt ein kurzes Zischgeräusch. Zum Konfigurieren der CO₂-Flasche für den Kühler den rechten Knopf am Kühler betätigen, bis das Display blinkt. Durch anschließendes kurzes Drücken des rechten Knopfes wird das CO₂-Display zurückgesetzt. Danach wird der bereits festgestellte Karbonhärtewert mit dem mittleren Knopf in das System eingegeben. Der perfekte Betriebszustand ist erreicht, wenn das System zumindest 24 Stunden abkühlen konnte.
Nach der Montage wird die dazugehörende App (= Grohe Watersystems) via App-Store auf das Handy oder Tablet übertragen und das Blue Home Gerät mit dem hauseigenen W-Lan verbunden. In einem letzten Schritt werden in der App der Filtertyp, die jeweilige Karbonhärte sowie die Länge des Schlauches angegeben. Danach ist das System einsatzbereit … und es hat wirklich nur rund eine Stunde gedauert.






















Kasten 1:
„Es ist eine Steigerung der Lebensqualität“
Herr Klauser, warum haben Sie sich als Testhaushalt für die Montage des Grohe-Blue-Systems gemeldet?
Richard Klauser: Unser Sohn hat dieses Gerät bereits seit einiger Zeit in seinem Haus installiert. Wir haben bei unseren Besuchen schnell erkannt, dass bei ihm das Trinkwasser viel besser schmeckt.
Margit Klauser: Es ist aber nicht nur der Geschmack, sondern auch die unkomplizierte Bedienung, die auf Knopfdruck stets die jeweils gewünschte Trinkwasservariante bereitstellt. Wir müssen nun keine Flaschen mehr schleppen und leisten derart auch einen Beitrag für die Umwelt.
Richard Klauser: Es ist jedenfalls eine deutliche Steigerung der Lebensqualität – vor allem im Sommer, da gekühltes Wasser unmittelbar verfügbar ist, ohne die Leitung lange laufen lassen zu müssen. Völlig lautlos ist das Gerät zwar nicht, da ein Kompressor das Wasser kühlt, aber es handelt sich dabei um die gleichen Geräusche, die auch unser Kühlschrank liefert.
Kasten 2
Gut zu wissen
Ist an der Armatur ein weißes, blinkendes Licht zu sehen, muss die 425-g-CO2-Flasche ersetzt werden.
Auch der Filtertausch wird an der Armatur angezeigt. Blinkt die LED im linken Griff blau/türkisfarben/grün, bedeutet dies eine Restkapazität von weniger als 20 Liter. Bei schnell blinkendem orangefarbenen Licht ist die Filterpatrone zu wechseln (in der Regel einmal jährlich) und das System zu reinigen. Wird das Wassersystem über einen längeren Zeitraum nicht genutzt, gelten folgende Vorgaben: Bei einer Abwesenheit von zwei Tagen bis zu vier Wochen muss das System – je nach Filtergröße – mit drei bis sieben Litern gespült werden. Beträgt die Abwesenheit mehr als vier Wochen, muss der Filter aus hygienischen Gründen getauscht und mit der speziellen Grohe Reinigungskartusche gereinigt werden. In der App lässt sich zudem eine automatische Spülung (einmal innerhalb von 24 Stunden) aktivieren.






