Wenn von 22. bis 27. September in Shanghai die besten Nachwuchsfachkräfte der Welt aufeinandertreffen, ist einem Teil des österreichischen Nationalteams der Berufe die internationale Bühne bereits bestens bekannt. Denn sieben der 48 rot-weiß-roten Teilnehmer waren bereits bei der Berufs-Europameisterschaft EuroSkills 2025 in Herning (Dänemark) am Start.
Sie kennen das tagelange Arbeiten unter Beobachtung, die unerbittliche Jagd um Punkte, den Kampf gegen die Uhr sowie jene Momente, in denen ein einziger Fehler über Medaille oder Enttäuschung entscheiden kann. Die Dimensionen der größten Berufs-WM aller Zeiten sind allerdings auch für sie Neuland. 1.400 Teilnehmer aus mehr als 70 Ländern und Regionen treten in Shanghai in 64 Wettbewerbsberufen an. 1,2 Millionen Fans werden erwartet.
Angeführt wird das Team Austria von Klimatechniker Jonas Danninger und Rezeptionistin Elena Mathis. Beide gewannen 2025 in Dänemark bereits EM-Gold. Danninger wurde zusätzlich als „Best of Nation“ ausgezeichnet. Doch auf dem Erfolg ausruhen will sich der Kälte- und Klimatechniker nicht. „Der Europameistertitel ist schön. Aber in Shanghai hilft er mir nicht. Dort fängt alles wieder bei null an“, erklärt der Europameister, in dessen Familie internationale Berufswettbewerbe Tradition haben: Bruder Patrick gewann 2022 WorldSkills-Silber, Cousin Niklas holte 2023 den Europameistertitel. Stets an der Seite: Coach und Papa Rupert.
„Das ist eine schöne Geschichte! Jetzt zählt aber nur, was ich in Shanghai abliefere“, sagt Danninger voll fokussiert. In China muss die junge Fachkraft von Hauser Kältetechnik in Linz komplexe Kälte- und Klimaanlagen montieren, Fehler suchen und Anlagen unter hohem Zeitdruck in Betrieb nehmen. Auf Weltklasseniveau können bereits minimale Abweichungen entscheidend sein. „Es braucht ein extrem sauberes Training und eine akribische Vorbereitung, um ganz vorne mitmischen zu können. Auf diesem Niveau entscheiden Kleinigkeiten – und genau daran arbeiten wir“, erklärt Danninger, der bereits zu Trainingszwecken nach China flog. Er sagt: „Kultur, Jetlag, Essen – alles ist anders, darauf muss man sich erst einstellen.“






