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Wiener Gemeindebau mit Erdwärmepumpe

von Klaus Klöckl
27. März 2025
in Heizung
Foto: wien.gv.at

Foto: wien.gv.at

Erstmals wurde ein Wiener Gemeindebau komplett auf eine klimaneutrale Energieversorgung mit einer Wärmepumpenanlage umgestellt. Erdwärme aus 120 Metern Tiefe liefert die Energie für die ersten 110 Wohnungen in der Penzinger Deutschordenstraße.

Der Probebetrieb wurde erfolgreich absolviert, jetzt wird der Regelbetrieb aufgenommen: 18 Wohnungen wurden dafür bereits mit den neuen Wärmegiganten versorgt, Mitte April werden 90 weitere Wohnungen angeschlossen. Bis zum Beginn der nächsten Heizsaison im Oktober werden die Wohnungen aller Mieter, die sich für einen Umstieg auf saubere Energie entschieden haben, mit dem neuen System versorgt sein.

Der Energieumstellung des von 1953-55 errichteten Gemeindebaus ist eine umfassende Sanierung mit einer Reduktion des Heizwärmebedarfs um 75 Prozent vorausgegangen. Die neue klimaneutrale Wärmeversorgung ist ein Gemeinschaftsprojekt von Wiener Wohnen und Wien Energie. Wien Energie sorgt für den Betrieb der Anlage und die Belieferung der Bewohner mit Wärme für Heizung und Warmwasser.Der Energieumstellung des von 1953-55 errichteten Gemeindebaus ist eine umfassende Sanierung mit einer Reduktion des Heizwärmebedarfs um 75 Prozent vorausgegangen. Die neue klimaneutrale Wärmeversorgung ist ein Gemeinschaftsprojekt von Wiener Wohnen und Wien Energie. Wien Energie sorgt für den Betrieb der Anlage und die Belieferung der Bewohner mit Wärme für Heizung und Warmwasser.

„Mit diesem ‚Raus aus Gas‘-Pilotprojekt zeigt der Wiener Gemeindebau vor, wie man große bestehende Wohnhausanlagen zukunftsfit machen kann. Mit umfassender thermischer Sanierung und einer intelligenten und klimabewussten Energielösung, die auf Erdwärme, Wärmepumpe und Photovoltaik setzt, wird ein neues, nachhaltiges Kapitel aufgeschlagen. Besonders erfreulich ist, dass die Bewohnerinnen und Bewohner bei diesem Umstellungsprozess mit viel Aufklärungsarbeit und Information eindeutig im Mittelpunkt stehen“, erklärt Vizebürgermeisterin und Wohnbaustadträtin Kathrin Gaál.

Die Wohnungen in der Deutschordenstraße 7-25 sind die ersten Wiener Gemeindewohnungen, die aus einer zentralen Wärmepumpenanlage versorgt werden. Dafür werden zwölf Erdwärmesonden mit 120 Meter Tiefe genutzt. Die gewonnene Erdwärme wird mit den Wärmepumpen weiter angehoben und zum Heizen und zur Warmwasseraufbereitung genutzt. Der Strombedarf der Wärmepumpe wird in Zukunft zu einem Gutteil aus einer Photovoltaikanlage am Dach gedeckt werden. In rund sechs Monaten wird die Nachbaranlage (Deutschordenstraße 27-35) umgestellt. Dort wird gerade die zentrale Wärmepumpenanlage im Hof errichtet. Weitere Wärmepumpen-Projekte verbunden mit umfassenden Sanierungsmaßnahmen folgen in Gemeindebauten der Bezirke 13., 17., 19. und 23.

Nachhaltige Energieversorgung bei Mehrzahl der Gemeindebauten
Wiener Wohnen hat sich das Ziel gesetzt, alle Wiener Gemeindebauten bis 2040 auf ökologische Wärmeversorgung umzustellen. Ein großer Teil der Wohnhausanlagen wird bereits heute nachhaltig mit Fernwärme versorgt oder in den kommenden Jahren an das Wiener Fernwärmenetz angeschlossen. Bei einem kleinen Teil der Wohnhausanlagen ist ein Anschluss aus unterschiedlichen Gründen jedoch nicht möglich. Dort setzt man auf alternative Wärmeversorgungsysteme wie Wärmepumpen.

Umstieg wird mit Prämie gefördert
Der Umstieg der Mieter auf die klimafreundliche Wärmeversorgung erfolgt freiwillig. Ist die zentrale Wärmepumpe erst einmal errichtet, dauert der Anschluss einer Wohnung je nach Gegebenheit zwischen zwei und vier Tagen. Denn in den Wohnungen selbst wird lediglich eine Wohnungsstation mit Wärmetauscher installiert. Das System ist wesentlich wartungsärmer als dezentrale Gasthermen. Mieter, die sich für eine Umstellung ihrer Wohnung entschließen, können die Dekarbonisierungsprämie der Stadt Wien in Höhe von 1.000 bis 1.500 Euro erhalten. Die Prämie der MA 50 steht für alle bereit, die ihre Wohnung gasfrei machen und auf Fernwärme beziehungsweise alternative Energieversorgung umsteigen. In der Deutschordenstraße haben sich rund 80 Prozent der Mieter für einen Umstieg entschieden.

Thermische Sanierung als Voraussetzung
Voraussetzung dafür, dass in den Wohnhausanlagen in der Deutschordenstraße dezentrale Gasthermen durch eine zentrale Wärmepumpenanlage ersetzt werden können, ist eine umfassende thermische Sanierung der Gebäude. Fassaden, Kellerdecken und Dachböden wurden gut gedämmt, die Fenster getauscht. Dadurch sinkt der Wärmebedarf der Gebäude um 75 Prozent und das Energiesystem kann effizient funktionieren.

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