Orientierungshilfe: SHK-AKTUELL präsentiert jährlich die wichtigsten Kennzahlen beliebter Luft-Wasser-Wärmepumpen. In diesem Jahr wurden mit 25 aktuellen Modellen so viele Systeme wie noch nie übersichtlich zusammengefasst. Die Tabelle kann als PDF-Variante nachfolgend heruntergeladen werden. (Update: 10.04.2026)
Insgesamt wurden im letzten Jahr 92.500 Heizungsanlagen verkauft – ein Minus von elf Prozent gegenüber 2024. Am meisten nachgefragt waren Wärmepumpen mit einem Volumen von 36.100 Stück. Dies entspricht einem Marktrückgang von 21 Prozent. Dabei erfreut sich die Luft-Wasser Wärmepumpe ungebrochener Beliebtheit: 83 Prozent der verkauften Anlagen sind in diesem Segment zu finden. Das Angebot ist groß, der Wettbewerb funktioniert. Im Neubau werden überwiegend Wärmepumpen eingebaut und die schwache Baukonjunktur trifft diesen Bereich besonders.

Umfassende Wärmepumpen-Studie
Unter diesen Vorzeichen lässt der Verband Wärmepumpe Austria derzeit eine Studie mit dem Titel „Netzdienliche Wärmepumpe der Zukunft“ erstellen. Sie soll erstmals eine umfassende Analyse darüber liefern, wie die Wärmepumpe netzdienlich, flexibel und kundenoptimiert eingesetzt werden kann.
Österreichs Wärmepumpen-Bestand ist vielfältig. Die Studie berücksichtigt die technologische Entwicklung der vergangenen Jahre und wird darüber hinaus Einblicke in die Rahmenbedingungen und die zukünftigen Entwicklungspotenziale der Technologie geben.
Die Gründe für die Studie sind klar: Österreichs Ziel von 1,3 Million Wärmepumpen bis 2040 ist ambitioniert, aber erreichbar, wenn die notwendigen politischen, regulatorischen und technischen Voraussetzungen rasch geschaffen werden. Das bietet enorme Chancen für die Branche, den Wirtschaftsstandort, die Versorgungssicherheit, den Klimaschutz und die Energieunabhängigkeit.
Vielfalt im Wärmepumpen-Bestand
Der Wärmepumpenbestand in Österreich ist geprägt von rascher Entwicklung und technischer Vielfalt.
Waren 2010 noch On/Off-Geräte Stand der Technik, so wandelte sich die Technologie rasch in Richtung leistungsgeregelte Wärmepumpen und höhere Temperaturanwendungen. Heute sind modulierende Wärmepumpen State of the Art, diese sind smart-grid-fähig und bereit für die Optimierung und Flexibilisierung des Eigenverbrauchs. Um das volle Potenzial zu heben, müssen auch die Preisbestandteile der Stromtarife, wie Energie, Netz und Steuern zukunftsorientiert und praxistauglich angepasst werden.
Das Elektrizitätswirtschaftsgesetz (ELWG) bildet den rechtlichen Rahmen für mehr Transparenz, Flexibilität und neue Geschäftsmodelle. Die konkreten Umsetzungsschritte durch Regulierungsbehörden, Netzbetreiber und Energielieferanten müssen jedoch in Abstimmung mit der Wärmepumpen-Branche erfolgen, um das Ziel der Netzdienlichkeit bei gleichzeitigem Hochlauf des Wärmepumpen-Marktes zu gewährleisten.
Faire Lösungen für alle Wärmepumpen-Betreiber
Ziel der Studie, die voraussichtlich noch in diesem Frühjahr abgeschlossen werden kann, ist es, die notwendigen Voraussetzungen für eine verbesserte Integration aller Wärmepumpen in das Stromnetz, die Flexibilitätsmärkte und die Wärmesysteme zu analysieren. Als weiteren Schritt sollen konkrete Handlungsempfehlungen für Politik, Energieversorger, Industrie und Öffentlichkeit abgeleitet werden – unter dem Fokus, dass alle Wärmepumpen-Betreiber, unabhängig von der technischen Entwicklung der im Betrieb befindlichen Wärmepumpe, fair in ein zukünftiges Wärmesystem eingebunden werden.
Investitionsanreize, Förderungen und Ausblick 2026
Der Fahrplan zur Energieunabhängigkeit und Klimaneutralität wäre eigentlich klar: Ein dekarbonisierter Wärmemarkt bis 2040. Das bedeutet einen vollständigen Ausstieg aus Öl und Gas. Um dieses Ziel zu erreichen, müssten in Österreich jährlich mehr als 60.000 fossile Heizsysteme durch Wärmepumpen ersetzt werden.
Eine Stop-and-Go-Förderungspolitik müsse daher laut Wärmepumpenverband im Sinne aller unbedingt vermieden werden, sie ginge zu Lasten der erneuerbaren Wärmebereitstellung, gefährde Investitionen und Planungssicherheit und wirke aich auch hemmend auf Haushalte und Betriebe aus.
Laut Verbandspräsident Richard Freimüller wäre es fahrlässig, die ordnungspolitischen Rahmenbedingungen nicht so weiterzuentwickeln, dass ein Weiterbetrieb fossiler Heizsysteme über das Jahr 2040 hinaus faktisch ausgeschlossen wird. Es sei laut Freimüller unbedingt erforderlich, „dass unsere Ziele weiterverfolgt werden, um damit die heimische Wirtschaft zu stärken und die langfristige Leistbarkeit zu sichern“. Nachstehende Themen seien aus Sicht des Verbands Wärmepumpe Austria von zentraler Bedeutung für diese Ziele:
- Erneuerbaren-Gebot beim Heizungstausch: Erneuerbare Alternativen müssen ernsthaft geprüft und beanreizt werden, um mehr Investitionen anzustoßen.
- Außerbetriebnahme-Verpflichtung für fossile Heizkessel nach Ablauf der technischen Lebensdauer.
- Rechtliche Rahmen: Notwendige Anpassungen im Miet- und Eigentumsrecht und Baurecht.
- Höhere Budgets und Anreizsysteme: Ausreichende, mehrjährig planbare Budgetmittel, die den Umstieg auf klimafreundliche Heizlösungen attraktiv und verlässlich machen.
- Die Bevorzugung von Nah- und Fernwärme gegenüber der Wärmepumpe bei Förderungen und der Raumplanung führt zwangsläufig zur Verschwendung und Ineffizienz des gesamten Systems.
- Verantwortung der Installateure und Planer: Installations-Unternehmen und PlanerInnen sind die Schnittstelle zwischen Technik, Wirtschaftlichkeit und Kundenentscheidung. Wer heute noch fossile Heizungen empfiehlt, trifft keine neutrale Wahl, sondern entscheidet sich gegen eine unabhängige und leistbare Zukunft. Diese Verantwortung muss stärker betont und durch Ausbildung, Beratung und rechtliche Vorgaben unterstützt werden.
- Kommunikation: Konsequente, klare und positive Kommunikation seitens der Politik und aller handelnden Akteure ist entscheidend, um KundInnen Orientierung zu geben, Vertrauen zu schaffen – und den Umstieg auf erneuerbare Heizsysteme voranzutreiben.
Seit Ende November 2025 läuft die neue Bundesförderaktion mit bis zu 30 Prozent Förderquote mit 360 Millionen Euro für das Jahr 2026 – für den Kesseltausch und die thermische Sanierung. Am 2. Februar gab Umweltminister Norbert Totschnig in einer Pressemitteilung bekannt, dass der Fokus der Bundesförderung ab diesem Tag auf dem Kesseltausch liegen werde und neue Registrierungen und Förderungen daher nur noch für den Kesseltausch möglich seien. Begründet wurde dies damit, dass der Kesseltausch im Vergleich zur Sanierung pro eingesetztem Euro höhere CO₂-Einsparungen erzielt. Dies belegen Studien aus den vergangenen Jahren.
Für die Erreichung der Österreichischen Ziele seien aber deutlich höhere Anstrengungen und Förderbudgets notwendig.






