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Wie wirtschaftlich ist „Nachhaltigkeit“?

von Christian Klobucsar
15. November 2024
in Allgemein
Foto: 123rf/cherriesjd

Foto: 123rf/cherriesjd

Ganz ehrlich: Können Sie das Wort „Nachhaltigkeit“ noch hören? Fakt ist, dass es nur wenige Begriffe gibt, die sich in den letzten Jahren so inflationär verbreitet haben, wie dieser.

Im Supermarkt klebt auf jedem zweiten Produkt dieses Label, am Finanzmarkt dominieren nachhaltige Fonds und Unternehmen, die in ihren Geschäftsberichten keine entsprechenden Maßnahmen angeführt haben, werden schief angeschaut. Das Versprechen, nachhaltig zu sein, ist omnipräsent. Und zwar so sehr, dass der Begriff zunehmend an Bedeutung verliert. Dabei ist allein schon das wirtschaftliche Argument für Nachhaltigkeit so simpel, dass es keinen Widerspruch erlaubt: Unternehmen können in einer Welt voller Krisen und Umweltkatastrophen aufgrund der daraus entstehenden unkontrollierbaren Risiken nicht erfolgreich sein. So simpel, wie nachvollziehbar.

Jeder von uns kennt aber auch die vermeintlich einfache Antwort darauf, dass dieses Problem nur global zu lösen sei. So lange China unzählige Kohlekraftwerke betreibt, Brasilien laufend Regenwälder abholzt, und auch die meisten anderen Wirtschaftsnationen ausschließlich auf Wachstum setzen, wirken Mülltrennung und Konsumverzicht innerhalb des eigenen Schrebergartenzauns nicht. Es ist ein verlässliches Killerargument, um sein persönliches Gewissen zu beruhigen und die Diskussion bereits im Ansatz zu beenden. Ein wohl sehr menschlicher Reflex, um sich mit diesem unangenehmen Thema nicht beschäftigen zu müssen. Sollen wir also resignieren, weil unsere persönlichen Anstrengungen ohnehin sinnlos sind? Eine freilich nur rhetorische Frage.

Fakt ist jedenfalls, dass eine globale Klima- und Umweltkatastrophe nur durch verbindliche Regeln und Gesetze zu verhindern ist. Diese Verantwortung darf nicht an die Bevölkerung abgegeben werden. Menschen benötigen nun einmal Orientierung durch Gesetze. Spät, aber doch, haben das die politischen Entscheider erkannt und arbeiten an entsprechenden Vorgaben. Ein zentraler Baustein ist dabei das sogenannte „ESG-Rating“. Ab 2025 muss die EU-Richtlinie für Nachhaltigkeitsberichterstattung auch im heimischen Recht umgesetzt werden. Es bedeutet – zugegeben – erstmal deutlichen Aufwand und Kosten. Das ist nicht zu beschönigen und sollte auch nicht verschwiegen werden. Dieser Handlungszwang fußt jedoch nicht auf bürokratischer Willkür oder einem moralischen Zeigefinger, sondern auf den Naturgesetzen. Der Klimawandel ist keine abstrakte Bedrohung, sondern wissenschaftlich eindeutig belegt.

SHK-AKTUELL wird sich daher in seiner Printausgabe diesem komplexen Thema ab sofort im Rahmen einer Serie widmen. Gestartet haben wir mit einer allgemeinen Einführung, sowie den Erfahrungen eines Gebäudetechnikunternehmens, das sich bereits einer ESG-Evaluierung unterzogen hat.

SHK_Aktuell_11_12_2024Herunterladen

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