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Bosch: Wasserstoff als Forschungsschwerpunkt

von Redaktion
8. Mai 2026
in Heizung
Foto: Bosch/APA Fotoservice/Krisztian Juhasz

Foto: Bosch/APA Fotoservice/Krisztian Juhasz

Im Rahmen des traditionellen Jahres-Pressegesprächs präsentierte Bosch Anfang Mai in Wien nicht nur aktuelle Wirtschaftszahlen, sondern legte auch ein klares Bekenntnis zum Standort Österreich als Forschungs-Hot-Spot der global agierenden Gruppe.

Bosch erwirtschaftete im letzten Geschäftsjahr einen Umsatz von 1,12 Milliarden Euro, was einem Rückgang von rund zehn Prozent gegenüber dem Vorjahr entspricht. „Trotz einer marktbedingten Abschwächung in einem Mobility-Geschäftsbereich zeigt sich unsere operative Leistungsfähigkeit weiterhin stabil“, erklärte Helmut Weinwurm, Vorstandsvorsitzender der Robert Bosch AG und Repräsentant der Bosch-Gruppe in Österreich. „Insgesamt ist das Geschäft von Bosch im Land robust und profitabel, getragen von Wachstum in anderen Bereichen. Dies schafft die Grundlage für weitere Investitionen in Zukunftsthemen wie softwaredefinierte Mobilität.“ Die Zahl der Beschäftigten bei Bosch in Österreich lag im Berichtsjahr bei rund 3.300.

Innovationskraft in Technologien von morgen stärken
Rund 200 Millionen Euro, entsprechend 18 Prozent des Landesumsatzes, flossen 2025 in Forschung und Entwicklung. Zusätzlich wurden 19 Millionen Euro in Standorte und Zukunftstechnologien in Österreich investiert, etwa in die Methanol-Infrastruktur am Fertigungsstandort Hallein und in den Ausbau der Wasserstoff-Infrastruktur am Linzer Engineering-Center. „Österreich spielt innerhalb der Bosch-Gruppe weiterhin eine bedeutende Rolle als Entwicklungskompetenzzentrum“, betonte Weinwurm. „Dabei prägen wir auch Zukunftstechnologien in den zentralen Bereichen wie Wasserstoff und softwaredefinierte Mobilität.“

So treibt Bosch in Österreich vielfältige Anwendungen entlang der gesamten Wertschöpfungskette von Wasserstoff voran. Das Spektrum reicht dabei von Elektrolyse-Stacks, die eine Schlüsselrolle bei der Erzeugung dieses Energieträgers spielen, über Industriekessel, die für Wasserstoff ausgelegt sind, bis hin zu Verdichter-Antriebe für Tankstellen und Einspritzsystemen einer neuen Generation für Großmotoren, die alternative Kraftstoffe wie Methanol nutzen. Darüber hinaus setzt das Unternehmen in Österreich innovative Engineering-Projekte im Bereich der Mobilitätstechnik um. Hierzu gehören beispielsweise Soft- und Hardwareentwicklung für alle Antriebsarten und vernetzte Mobilitätslösungen in modernen Fahrzeugen. Ein strategisches Beispiel ist das Chiplet-Projekt zur Beschleunigung der softwaredefinierten Mobilität: Sogenannte Chiplets verteilen Rechenaufgaben auf mehrere kleineren, spezialisierten Chips. Diese modulare Struktur steigert Rechenleistung und Flexibilität erheblich.

Für das laufende Geschäftsjahr rechnet Bosch in Österreich mit einem weiterhin anspruchsvollen Umfeld. Geopolitische Spannungen und unsichere Energiepreise dämpfen die konjunkturelle Entwicklung. „Wir begegnen diesen Herausforderungen mit dem, was uns auszeichnet: unserer ausgeprägten Innovationskraft, einer breiten Aufstellung und dem großen Engagement unserer Mitarbeitenden“, unterstrich Weinwurm. Angesichts der anhaltend hohen Unsicherheiten gibt das Unternehmen keine detaillierte Umsatzprognose ab, strebt jedoch an, seine Marktposition weiter zu festigen.

Ausblick 2026
Die Bosch-Gruppe will im Geschäftsjahr 2026 trotz geopolitischer Spannungen und Handelsbarrieren mit voller Innovationskraft die Wachstumsperspektiven in seinen Weltmärkten nutzen. Die dafür notwendigen Vorleistungen für Zukunftsfelder sollen das hohe Niveau der Vorjahre erreichen. In Forschung, Entwicklung und Sachanlagen investierte das Technologie- und Dienstleistungsunternehmen allein 2025 rund zwölf Milliarden Euro. Für 2026 plant Bosch ein Umsatzwachstum von zwei bis fünf Prozent und eine operative EBIT-Rendite auf vier bis sechs Prozent. „Als globaler Technologieführer gestalten wir engagiert die Trends Automatisierung, Digitalisierung, Elektrifizierung und künstliche Intelligenz und schaffen damit auch die Voraussetzungen für profitables Wachstum unseres Geschäfts“, sagte Stefan Hartung, Vorsitzender der Geschäftsführung der Robert Bosch GmbH. Trotz erheblicher Herausforderungen erzielte Bosch im Geschäftsjahr 2025 mit 91,0 Milliarden Euro einen Umsatz leicht über Vorjahr (2024: 90,3 Milliarden Euro), wechselkursbereinigt ein Plus von 4,1 Prozent. Die operative EBIT-Rendite betrug zwei Prozent (2024: 3,5 Prozent). Das Ergebnis wurde durch notwendige Struktur- und Personalanpassungen zur Steigerung der Zukunftsfähigkeit mit 2,7 Milliarden Euro in Form von Rückstellungen erheblich belastet. Für das laufende Geschäftsjahr setzt sich aus Sicht von Bosch die schwache konjunkturelle Entwicklung des Jahres 2025 fort. Dennoch konnte Bosch im ersten Quartal des Jahres wechselkursbereinigt einen Umsatzanstieg gegenüber dem Vorjahreswert erzielen.

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